Wohnhaus am Mügelsberg

Wohnhaus am Mügelsberg

Bauherr: privat

BGF: 425 m2

Kosten: KG 300-400 Brutto 750.000€

Bauzeit: 2016 bis 2017

Typ: Büro und Wohnhaus

Auszeichnungen

2017

BDA Preis


Idee/ Konzept

Unabhängig von einem korrekten Bauplatz war unsere Ausgangsidee ein Gebäude ins Stadtgefüge zu implementieren, das einerseits unser persönliches Bedürfnis nach Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freunden berücksichtig und andererseits ein lebendiger und innovativer Teil der Stadt werden kann.

So wollten wir einen Ort schaffen, der sowohl Ankerpunkt ist, aber auch die Flexibilität besitzt sich Veränderungen anzupassen bzw diese sogar zu stimulieren.
Nach langer Suche ergab sich die Möglichkeit gemeinsam mit einer befreundeten Architektin ein Grundstück in der erweiterten Innenstadt von Saarbrücken zu erwerben, das unseren Vorgaben ein „Stadthaus“ zu bauen, gerecht werden konnte.

Städtebauliche Situation
Das „Stadthaus“ liegt im Innenstadt Bereich von Saarbrücken, in einem Quartier, das durch die großzügige Grünanlage des Echelmeyer-Parks mit seinem altem Baumbestand bestimmt wird. In der Mitte des Parks befndet sich die Kirche St.Michael, die Parkränder gesäunt durch Schulen, Kita und unterschiedliche Wohnbebauungen. Diese Situation kommt einem städtebaulichen Idealbild von Urbanität sehr nahe; öffentliche Grün- und Freiräume, Nutzungsmischung an den Rändern, die Mischung von öffentlichen und privaten Bauten generieren eine heterogene soziale, kulturelle Zusammensetzung der Bewohner und Nutzer.
Unser „Stadthaus“ bildet den Abschluss der nördlichen Blockrandbebauung am Park und steht in direkter Nachbarschaft zum denkmalgeschützten Ensemble der technischen Berufsschule. Der einseitig angebaute Gebäudekörper bildet mit der Südfassade zum Park die Eingangsseite , öffnet sich mit der Westseite zum Schulhof der Berufsschule und schließt mit der Nordfassade zum Garten ab.

Grundriss
Das Gebäude baut sich über eine fast quadratische Grundfäche über fünf Geschosse würfelartig auf.
Das Erdgeschoss und das 1.OG sind über eine interne Erschließung verbunden und bilden die Büroeinheit mit Sekretariat, Besprechungsraum mit Küche im EG und den Büroräumen im 1.OG. Außer der statisch erforderlichen Wandscheibe in der

Gebäudelängsachse sind keine weiteren gliedernde Elemente in den Räumen. Die Raumkontinuität bleibt vorhanden, der geschossübergreifende Raumabfolge unterstützt und erleichtert die Kommunikation und die Arbeitabläufe.

Im 2.OG befndet sich die erste Wohneinheit. Ein offener Grundriss generiert einen großzügigen Wohnraum, der durch multifunktionale Räume und einen Balkon ergänzt wird.
Die Wohneinheit im 3.und 4. Geschoss komplettiert die Nutzung. Im 3.OG befnden sich Kinder- und Schlafzimmer mit Bädern. Das 4.OG bildet mit der im Süden vorgelageren Loggia eine Raumeinheit zum Wohnen, der Blick öffnet sich über die Glasfassaden nach Norden und Süden.

Diese Grundrisskonzeption kann und soll verändert werden. Die Abtrennung des EGs vom 1. OG in zwei Einheiten ist jeder Zeit denkbar, wobei sich entweder zwei neue Wohneinheiten oder auch Geminschaftsräume wie gemeinsame Gästezimmer oder Küche vorstellen lassen.

Konstruktion/ Material
Die Außenwände des Gebäudes sind 50 cm starke Leichbetonwände. Sie erfüllen die geforderten Enev Maßstäbe und bieten darüber hinaus besonders viel Speichermasse und ein natürlichs und gesundes Raumklima.
Zur Schalung der Außenwände wurde außen eine rauhe horizontale Bretterschalung angefertigt, wobei die Betonierabschnitte stockwerk übergreifen geschalt wurden, die Geschossdecken wurden später mit Stahlbeton mit Ankern verwendet.

Innen kam eine glatte großformatige Rahmenschalung zum Einsatz, dadurch ergeben sich innen und Außen zwei unterschiedlieche Fassadenanmutungen. Während im Innenraum das Material mit seinen Verarbeitungsspuren aus Verdichtung, Rütteln und Setzungen ein Bild zeichnen, steht außen der monolitsche Baukörper mit den horizontalen Fugen der Schalung im Vordergrund.
Alle Fensteröffnungen sind so konzepiert, dass sie außen bündig mit dem Beton abschließen und innen einen umlaufenden, wandstarken Eichenrahmen bilden, der Rahmen wirkt ergänzend zum Innenraum und kann als Sitz- und Spielfächen genutzt werden kann. Die Ausbauten und Wandverkleidungen sind aus geölten Holzdreischichtplatten.
Alle Materialien und Oberfächen wurden so gewählt, daß ihre Konstruktion oder Materialität erkennbar ist, so sind alle Treppenläufe als einfache Betonfertigelemente, deren Oberfäche nur geölt sind.