Symbiont

Symbiont

Projekt/Standort
Dachaufstockung 'Symbiont' | Trierer Straße 15 | 66636 Merzig

Bauherr
Patrick & Sabah Friedrich | Trierer Straße 15 | 66636 Merzig

Fertigstellung
2004

Nutzfläche
neue Wohnfläche: 32 qm + 17,5 qm Dachterasse

Umbauter Raum
neuer Wohnraum: 88m3

Baukosten
92.000€ reine Baukosten brutto

Auszeichnungen

2007

Nominierung zum BDA-Preis "Nike"


2006

Architektur-Biennale Venedig


2004

BDA-Preis Saarland


Aufgabe
Das dreistöckige Wohn- und Geschäftshaus aus den frühen 60er Jahren befindet sich im Zentrum der Kleinstadt des saarländischen Merzig an einem kleinen Platz mit Blickbeziehung zum alten Merziger Rathaus direkt am idyllisch gestalteten Sefferbachufer. Die bisher auf 80 qm im Obergeschoss untergebrachten Hauseigentümer wünschten mehr Licht des bestehenden Wohnraums, zusätzliche Wohnfläche und einen großen Dach- sowie Wintergarten.

Entwurfslösung

Die Erweiterung nach „oben“ bot sich sofort an. Eine Begehung des Flachdaches des Bestandsgebäude räumte jegliche Bedenken aus. Hier bot sich jede Möglichkeit für eine sinnvoll und einfach umzusetzende Nutzung über die Dachfläche. Durch das Herausnehmen einer Trennwand im Obergeschoss wurde das frühere Wohnzimmer mit der alten Küche in einen neuen Rahmen gefasst und nach oben hin geöffnet. Die neue leichte Stahltreppe strukturiert den jetzt offenen Koch-Ess-Bereich, dient zusätzlich als Oberlicht und führt hoch in die Wohnbox, die sich auf der Südseite in ganzer Breite zur mit Holz beplankten Dachterrasse öffnet. Nach Osten schließt sich die Wintergartenbox hinter einem gläsernen Verbindungsteil an.
Das begrenzte Budget ließ keine Änderungen der mit hellblauen und cremfarbenen Fliesen verkleideten Fassade des Bestandsgebäudes zu. Die, aus heutiger Sicht gewöhnungsbedürftige, späte 50er Jahre Architektur wurde bewusst nicht in geometrischen Bezug mit dem „Neuen“ gesetzt. Das Bestandsgebäude wurde lediglich als „Sockel“ für die neuen Räume angesehen.
Die maximale Bebauung der Dachfläche wurde unter das geltende Baurecht aus dem Bebauungsplan der 80er Jahre, mit Abstandsflächen und 2/3tel Regelung, gestellt und leistete den unfreiwilligen Beitrag zur neuen Geometrie.

Konstruktion/Materialität

Die neuen geforderten Funktionen wurden in zwei preiswerten, vorgefertigten Boxen in Holzrahmenkonstruktion untergebracht. Durch den eng gesetzten zeitlichen Rahmen wurden die Boxen mit einem hohen Grad an Vorfertigung errichtet und gemeinsam mit der grünen Brandwanderweiterung zum Nachbargrundstück auf das Flachdach des Bestandsgebäudes montiert. Um die konstruktive Eigenständigkeit der Boxen auch äußerlich sicht- und ablesbar zu machen, wurden sie in unterschiedlichen Materialien vorgefertigt. Die mit dunkelgrau zementgebundenen Spanplatten verkleidete „noble“ Wohnbox wurde der „natürlichen“ Wintergartenbox aus unbehandeltem Zinkblech, welches im Laufe der Zeit eine natürliche Patina ansetzt und sich wie die Pflazen verändern wird, in Kontrast gesetzt.

Fazit

Die dunkle 80 qm Wohnung im Obergeschoss wurde auf eine ca. 115 qm große helle Maisonette-Wohnung mit offenem Grundriss, einer kleinen Galerie und einer 17,5 qm Dachterrasse mit viel Raum für Pflanzen erweitert und somit allen Wünschen des Bauherren gerecht.
Es kommt zu einer Symbiose zwischen dem Bestands- und Erweiterungsbau – ein Zusammenleben ungleicher Lebewesen zu gegenseitigem Nutzen.