ROC Verbier

ROC Verbier

Auslober: Verbier

Wettbewerbszeitraum: 2010

Typ: Landschaftsgestaltung

Zusammenarbeit: mit Landschaftsarchitektin Carolin Fickinger (JUCA)

Auszeichnungen

2010

Städtebaulicher Ideenwettbewerb Verbier - 2.Preis


In Verbier ist es nötig, neue innerörtliche Qualitäten zu schaffen, um die Identität des Ortes in Mitten des faszinierenden Bergpanoramas zu stärken. Um dies zu leisten, müssen die Freiräume gleichzeitig gross und kleinteilig sein. Gross im Sinne einer zusammenhängend lesbaren Figur, um im Teppich der weit gestreuten Chaletsiedlung zu dominieren (tapis urbain). Kleinteilig, um der Diversität von alt und neu, der Unterschiedlichkeit und Wandlungsfähigkeit der Nutzer gerecht zu werden (tectonique programmable).

In Anspielung an das Bild der idyllischen, wilden Bergwelt, wegen der Touristen wie Bewohner hier ihre Zeit verbringen, werden Elemente dieser in den Siedlungskontext versetzt und erhalten hierüber ihre neue Bedeutung als nutzbares und verbindendes Element.

Tapis Urbain - Ein durchgehender Belag zieht sich nach einfacher Regel über die gesamte Fläche: wo möglich bis zur Hauskante, bis an die Grundstücksgrenze bei privaten parzellen. Dies hat nicht nur eine Aufweitung der Strassenräume zur Folge und definiert eindeutig die öffentlichen Bereiche, es spielt den Raum frei um die noch notwendige Fahrspur analog eines Bachbettes in einer Mulde durch den Raum mäandrieren zu lassen. Technisch kann dies dem Hochwasserschutz dienen, gestalterisch ist der Verkehr nicht mehr dominierendes Element, sondern ordnet sich der Gesamtstruktur unter.

Tectonique Programmable - Künstlicher Felsen drückt sich buchstäblich durch den homogenen Belag und deformiert ihn zu einer abwechslungsreichen Topographie. Vielfältige Nieschen, Terrassen und Spalten entstehen, die ihre Gestalt der umgebenden Bergwelt entlehnen, aber so überformt werden, dass der urbane Nutzungsaspekt gewährleistet ist und die Assoziation der Nutzer und Betrachter gefordert wird. Situativ kann auf Niveauunterschiede, Bedürfnis nach Privatheit/Öffentlichkeit und infrastrukturelle Vorgaben reagiert werden. Zu den Plätzen hin mutiert die Formensprache, was sich in den Strassenbereichen noch eher als Haarriss zeigt, wächst in Platzbereichen und an orten mit hohem Nutzungsdruck zu `Gebrirgen` aus Rampen und Stufen. Weite Spalten bieten mehr Platz für schattenspendende Bäume und unbefestigte Beläge