PSD Bank

PSD Bank

Auslober: PSD Bank RheinNeckarSaar eG

Wettbewerbszeitraum: 2012

Typ: Büro-, Verwaltungsbauten

STÄDTEBAULICHES KONZEPT

Das Grundstück für das neue Geschäftsstellengebäude der PSD Bank liegt im wahrsten Sinne des Wortes im Herzen der Saarbrücker Innenstadt, in der Bahnhofstrasse an der Ecke zur Sulzbachstrasse. Die Bahnhofstrasse ist seit einigen Jahrzehnten als Fussgängerzone ausgebildet und verbindet die zwei wesentlichen kommerziellen Zentren Saarbrückens miteinander. Im Nordwesten das Gebiet um den Hauptbahnhof mit der neuen Europagalerie; Banken, Versicherungen und großen Geschäftshäusern, und im Südosten der „St. Johanner Markt“ mit überwiegend Einzelhandel, Gastronomie und öffentlichen Einrichtungen,

Die Bahnhofstrasse selbst ist die „klassische, deutsche Einkaufstrasse“ deren Ursprünge aus den 50iger Jahre noch gut erkennbar sind. Die meisten Gebäude in der Bahnhofstrasse sind bis auf wenige Ausnahmen, die noch aus dem 19. Jahrhundert stammen, in den Nachkriegsjahren entstanden und zeigen wenig Ortsbezug. Allerdings weist die Bahnhofstrasse eine gestalterische Besonderheit auf: das Erdgeschoss springt bei allen Gebäuden um ca.5 m zurück und bildet auf diese Weise eine durchgehende Kolonnadenreihe aus. Dadurch ergibt sich ein starkes städtebauliches Motiv, dessen Gesicht durch die zwei unterschiedlichen Funktionszonen definiert wird; im Erdgeschoss die Eingangszone mit großen verglasten Schaufensterflächen und der zweiten Zone in den oberen 4 bis 5 Geschossen mit Verkaufs-; Büro- und Lagerflächen, mit wenigen bzw verdeckten Öffnungen ohne Außenbezug. Ergänzt und gesteigert wird das Erscheinungsbild durch Werbetafeln, Werbeflächen und Leuchtreklamen.

KONZEPT

Die Gestaltung und Konstruktion der einzelnen Gebäude in der Bahnhofstrasse ist sehr unterschiedlich, meist bedingt durch Entstehungsjahr, Sanierungsgrad oder Nutzung. Zusätzlich sind viele Gebäudefassaden dem CI der Geschäftsketten unterworfen und nehmen keine Rücksicht auf ein homogenes Gesamtbild. Die Gestaltung der Bahnhofstrasse wirkt daher unruhig, überladen und beliebig. Das Auge findet keinen Moment der Ruhe, oder einen markanten Ort zur Orientierung.

Aber genau dies soll das neue Gebäude der PSD Bank sein, ein Ort der Orientierung, ein Fixpunkt. Durch die Ecklage an der Sulzbachstrasse wird das Gebäude schon von Weitem gut sichtbar, es stellt eine Art Schlussstein der Gebäudereihe da und wird zum Ankerpunkt in der Bahnhofstrasse. Das Gebäude nimmt die Zonierung der Fassaden der Nachbarbebauung auf und durchbricht sie an einer Stelle an der Längsseite zur Sulzbachstrasse. Im Erdgeschoss lassen große, klare Glasflächen einen optimalen Kontakt zum Strassenraum zu, und ziehen so Interesse auf die Innenräume des Bankgebäudes. Die oberen Geschosse erhalten eine zweischalige Glasfassade, mit einer inneren Isolierebene und einer äußeren Glasebene mit großen, ungerichteten gleichmässig bedruckten Glaselementen, die dem Gebäude einen monolithischen und eleganten Ausdruck geben. Ähnlich des Erscheinungsbilds eines Kristalls oder eines Diamanten strahlt das Gebäude sowohl Transparenz und Wertigkeit als auch Stabilität und Beständigkeit aus.

ENERGETISCHES KONZEPT

Die transparente, thermisch zonierte Gebäudehülle erlaubt die Ausbildung einer flexiblen Fassade, die angepasst auf die wechselnden Jahres- und tageszeitlichen Umwelteinwirkungen reagiert.

Im äußeren, einfach verglasten, witterungsgeschützten Bereich der Fassade sind kombinierte Sonnenschutz- und Tageslichtlenksysteme vorhanden, die durch Umlenkung bzw. Reflexion eine optimale, blendfreie Tageslichtausnutzung bei davon unabhängig regelbarer solarer Einstrahlung erlauben.

In Verbindung mit (glatt gespachtelten Stahlbeton-) Decken im Inneren wird das Tageslicht tief ins Gebäude getragen. Eine auf die Tageslichtlenkung abgestimmte Kunstlichtsteuerung spart Strom und senkt die inneren Wärmelasten ganzjährig.

Die Konditionierung der thermischen Gebäudehülle erfolgt durch Bauteilaktivierung, der nach unten offen gehaltenen Stahlbetondecken, die sowohl dem Heizen als auch dem Kühlen dienen.

Als Heizwärmeerzeuger dient das städtische Fernwärmenetz mit großem KWK-Anteil.

Die lokale Kälteerzeugung kann auf Grund der Bauteilaktivierung als Übergabesystem sehr energieeffizient erfolgen. Eine mögliche Direktkühlung über Erdsonden sollte geprüft werden.

Das Gebäude verfügt über eine Lüftungsanlage, die während der Heizperiode über Wärmerückgewinnung sowohl die Abwärme der Büronutzung verwertet als auch die äußere Fassadenzone zur Vorerwärmung nutzt. Im Sommer kann durch Bypass-Schaltung und erhöhten nächtlichen Luftwechsel der Anlage das Speichervermögen der offenen Decken zur nächtlichen Vorkühlung des Gebäudes genutzt werden.