Pflegezentrum Überlingen

Pflegezentrum Überlingen

Städtebauliche und freiräumliche Konzeption

Die Planung für das Neubaugebiet zeichnet sich durch eine klare städtebauliche Gliederung mit einer strengen orthogonalen Ausrichtung aus.
Das neue Pflegezentrum versteht sich als Puzzlestück zwischen dieser klaren urbanen Struktur und dem ummittelbaren Landschaftsraum mit seinem prägnanten Landschaftselement des Drumlin. Das Hauptvolumen des Gebäudes befindet sich an der nordöstlichen Seite des Planungsgebietes und markiert somit die Eingangssituation zum neuen Wohngebiet. Zur Straßenseite bildet das Gebäude mit seinem durchlaufenden Sockelgeschoss eine klare städtebauliche Kante aus. Diese Kante springt mal zurück um einen Platz/ Hof auszubilden, dann läuft sie zurück an die Straße, um den neuen Wohngebäuden ein Gegenüber und Halt zu geben.
Die Westseite des Gebäudes formuliert den Bezug zur Landschaft aus. Die Gebäudekante orientiert sich an den Höhenlinien des Drumlins und schmiegt sich so an den Hangrücken an.
Das Gebäude ermöglicht durch seine differenzierte Höhenentwicklung mit Hochpunkten und Fugen, Bezüge zum angrenzenden Landschaftsraum. Diese Bezüge sind nicht nur rein optisch, sondern sind über Rampen und Treppen auch physisch erlebbar.


Architektonische Konzeption innen und außen

Das Pflegezentrum entwickelt sich über ein flaches Sockelgeschoss, welches sich aus der Flanke des Drumlins zieht und wie eine große begehbare, landschaftliche Terrasse funktioniert. Auf dieser Terrasse befinden sich zwei modellierte Gebäudevolumen, die sich entlang der Höhenlinie um den Hügel legen und die Topographie der Landschaft nach empfinden und verstärken. Durch die winklige Stellung der einzelnen Gebäudevolumen ergibt sich für alle Fassaden ein unverbauter und einzigartiger Bezug in die Landschaft.

Der Eingangsbereich des Sockelgeschosses ist großzügig verglast und offen , so das ein direkter Kontakt zum urbanen Raum entsteht und das Foyer und das Cafe zu einem Teil des Neubaugebietes werden.Durch einen Patio mit Freitreppe wird eine direkte Verbindung in den Landschaftsraum geschafft.
Die oberen Regelgeschosse fassen pro Geschoss zwei Gruppen mit einem gemeinsam organisiertem Versorgungs- und Wohnbereich. Die Einzelzimmer sind alle nach außen orientiert, die Versorgungs- und räume liegen im Gebäudeinneren.

Funktionalität und Bauabschnittsbildung

Das Pflegezentrum erschließt sich über ein zentral gelegenes Foyer im Sockelbereich. Von hier werden horizontal alle allgemeinen Funktionen wie die Verwaltung, die Cafeteria, die Küche, die Technikbereiche und die Tagespflege erschlossen.
Über ein zentral gelegenes Treppenhaus werden die oberen Geschosse erschlossen. Hier befinden sich die Wohngruppen, die paarweise zusammengefasst über einen zentralen Pflegebereich erschlossen werden.


Der 1. Bauabschnitt liegt im nördlichen Bereich des Planungsgebietes. Über einem eingeschnittenen, flächigen Sockelgeschoss befindet sich an der nördlichen Seite ein kompakter drei geschossener Baukörper, südlich auf Sockel liegt ein kleinerer eingeschossiger Körper. Die beiden Volumen sind über das Sockelgeschoss und dessen begehbare Dachfläche verbunden.
Im 2. Bauabschnitt wird der bereits vorhandene eingeschossige Baukörpers durch eine Erweiterung nach Süden ergänzt. Der Anschluss erfolgt über ein Treppenhaus und er erhält eine Verbindung zum Foyer im Sockel.
Komplettiert wird dieser Gebäudeabschnitt im 3. Bauabschnitt, indem ein Staffelgeschoss angesetzt wird. Diese Aufstockung erfolgt in Leichtbauweise und kann in kürzester Bauzeit mit wenigen Beeinträchtigungen umgesetzt werden.


Konstruktion und Materialität

Das Gebäude wird aus einer herkömmlichen Stahlbetonkonstruktion mit aussteifenden Erschließungskernen, Wandscheiben und Stützen über massiven Stahlbetondecken errichtet.
Die nicht tragende Außenfassade gliedert sich in zwei Bänder; ein massives Brüstungsband aus hellen, gestockten Betonfertigteilen und einem Fassadenband mit festverglasten Fensterelementen und geschlossenen Fassadenelementen aus Faserzementplatten.