Landmarke Duhamel Saarlouis

Landmarke Duhamel Saarlouis

Auslober: RAG Aktiengesellschaft

Wettbewerbsentscheidung: 03.05.2011

Typ: Denkmäler, Gedenkstätten

Das endgültige Ende der Steinkohleförderung an der Saar markiert neben dem wirtschaftlichen Strukturwandel auch den Endpunkt der großflächigen Überformung der Landschaft. Das gegenwärtige Erscheinungsbild der Produktionsanlagen und die Form und Größe der heutigen Haldenanlagen repräsentiert das Ende dieses Wirtschaftszweiges und wird im Wesentlichen das Gesicht der Landschaft für die nächsten Jahrzehnte prägen.

Das Plateau auf dem „Haldengipfel“ ist also eine neue artifizielle Fläche. Sie befindet sich auf der höchsten Erhebung über 150 m über der restlichen Tallandschaft. Der besondere Status dieser Fläche „zwischen Himmel und Erde“ und ihre künstlichen Erstellung verleihen ihr einen fast übernatürlichen Reiz. Im Gegensatz zu einem Gipfelpunkt, der eine unmittelbare Rundumsicht erlaubt, ist man in der Mitte des Plateaus durch die umgebende Fläche des Plateaus von der direkten Fernsicht getrennt.

Man befindet sich auf einer Art „Insel“ ohne direkten visuellen Kontakt zur darunter liegenden Umgebung. Es ist, als sei man auf ein Fremdes Land oder Neue Welt gestossen, die sich versteckt auf einer anderen Bewusstseinsebene befindet. Der ellipsenförmige Krater, der von einem Bambusfeld eingeschlossen wird, befindet sich im Zentrum des Plateaus und bietet dem Entdecker eine eigene idealisierte Naturwelt, mit Streuobstwiesen, Blumen, Wasser und Tieren; der Garten Eden.

Man erreicht diesen Garten über eine spiralförmige, glänzende Rampe, die in Ergänzung an den Haldenweg über das Haldenplateau, bald frei über der Halde in den „Krater“ führt. Die geschwungene Form der Rampe erlaubt einen Rundumblick über das Plateau hinweg in die Ferne. Ihre stählerne Konstruktion ist leicht und wird nur an wenigen Stellen durch Stützen gehalten. Sie dokumentiert in gleicher Weise die technischen Leistungen, die mit dem Bergbau und der Montanindustrie in der Region möglich sind, als auch den Willen und die Bereitschaft neue innovative Wege zu beschreiten. Aus der Ferne sieht man am Tage, wie sich die Rampe, über das Plateau hinweg, aus dem Haldenzentrum heraus und wieder zurückdreht. Nachts, von allen Seiten sichtbar scheint die Rampe als eine Art leuchtende Krone über der Halde zu schweben.