Kinderhaus Gundelfingen

Kinderhaus Gundelfingen

Konzept

Der Entwurf zum Realisierungswettbewerb der Kindertagesstätte Gundelfingen vereint modernes Bauen, Klimaneutralität sowie Nachhaltigkeit mit pädagogischen Grundsätzen. Er zeichnet sich durch die Verwendung nachwachsender Rohstoffe aus und legt den Schwerpunkt auf gesundes Wohnen und Bauen. Wir möchten damit gerade im Hinblick auf kommende Generationen einen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit leisten und diese Prinzipien zugleich den Kindern spielerisch vermitteln.


Lage

Der Entwurf fügt sich durch seine Zweigeschossigkeit zur Straße hin dezent in die bestehende Bebauung ein und steigt zum Grundstücksinneren, im Einklang mit der Hanglage, in seiner Geschossigkeit an.
Vor dem Gebäude befinden sich Kurzparkplätze. An der nördlichen Grundstücksseite sind die Mitarbeiterparkplätze sowie Fahrradstellplätze verortet, welche zugleich den Garten und Spielbereich von der Straße abschirmen.


Grundriss

Essentieller Bestandteil der Konzeptionierung ist ein offener, klarer Grundriss und eine kurze Wegeführung zwischen den Einheiten. Licht und Sichtbezüge über alle Geschosse prägen den Raum.

In direkter Nähe zum Haupteingang befindet sich ein Vorplatz mit Sitzgelegenheiten sowie Kurzhalteplätzen für Fahrräder.

Das Gebäude selbst wird durch den Haupteingang von der Reinhold-Schneider-Straße aus über den Vorplatz erschlossen.
Im Erdgeschoss angekommen gelangt man in die großzügige Eingangshalle, welche gleichsam als Verteiler für die differenzierten Gruppenbereiche fungiert. Diese gliedern sich in:

einen nördlichen Flügel „Organisatorischen Teil“ mit Stellplätzen für Kinderwagen, sowie Räumlichkeiten für die Kita-Leitung und Toilettenanlagen.
einen südlichen Flügel mit zwei Krippengruppen. Diese können zum einen intern über den Spielflur entlang der Garderoben erschlossen werden und zum anderen über einen direkten Zugang von außen erreicht werden.
einen westlichen Flügel, welcher die allgemeinen Räumlichkeiten wie Mehrzweckräume, Lager, Speisezimmer und Küche beherbergt.


Im 1. Obergeschoss befindet sich der Kindergartenbereich mit weiteren Gruppenräumen, einem geräumigen Schlafraum sowie Besprechungs-, Inklusions- und mehreren Intensivräumen. Ferner besteht hier die Möglichkeit des Zugangs über den Dachgarten zum Außenspielgelände.

Das Gartengeschoss bietet großzügige Räumlichkeiten für die beiden Hortgruppen, den Personalbereich sowie die Technik und Nebenräume.
Dieses Geschoss bietet zudem einen direkten Zugang über das zentrale Treppenhaus zum Außenbereich, dem nördlichen Spielbereich als auch zum überdachten Spielbereich.

Der Zugang für Mitglieder des Musikvereins erfolgt über den Parkplatz der Mitarbeiter durch den Seiteneingang. Hier befinden sich unter anderem Garderoben und direkte Zugänge zum Mehrzweckraum, dem Lager des Musikvereins sowie den Gästetoiletten.

Spielbereich / Außengelände

Die Stringenz des Baukörpers setzt sich in den Außenanlagen fort. Um die gegebene Geländebeschaffenheit mit großzügigen Bewegungsflächen herzustellen wird das Gelände durch Hangterrassen modelliert. Klare Zonierungen durch Bewegungs- und Spielbänder schaffen Flächen für die einzelnen Nutzungsarten. Die Spielbänder erzeugen differenzierte Kletter- und Bewegungsflächen. Die Bobbycar Bahn bildet ein großzügiger Fahrhof der mit dem überdachten Gartengeschoss kombiniert ist. Als Teil des Konzepts wird die Pflanzung von heimischen Baumarten bevorzugt. Apfel-, Kirsch- und Birnbäume sowie Blütenstreifen im Norden zur Naturbeobachtung sollen die Spiel- und Entdeckungslust der Kinder fördern. Die naturnahe Bepflanzung bietet verstecken, hineinkriechen und Rollenspiele an. Sie dient den Kindern auch als Bastel- und Lernwerkstatt. Um den Kindern zusätzlich die physikalischen Eigenschaften näher zu bringen, gibt es einen Wasser-Matsch Bereich. Hangrutsche und Rampe ermöglichen die Ausnutzung der Geländebeschaffenheit über unterschiedliche Höhenniveaus. Die Dachterrasse ist mit Hochbeeten für Obst und Gemüse und Sitzgelegenheiten ein Ort des Lernens mit alltäglichen Dingen. Hier forschen und lernen die Kinder das Gärtnern und den Umgang mit Lebensmittel.Die gemütliche Feuerstelle in direkter Nähe zum Baumhaus sorgt für Beschäftigung von Kindern aller Altersgruppen. Die offen gehaltene Wiese bietet sich für Rennen, Kicken und anderen Aktivitäten an.

Klimaneutralität

Im Sinne der Nachhaltigkeit wird die Verwendung von Holz als nachwachsenden Rohstoff sowie weitgehend schadstoffarmen, umweltverträglichen, Farben, Lacken und Lasuren präferiert.
Zudem wird die Verwendung einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung empfohlen. Diese gewährleistet effiziente Raumluftwechsel sowie eine hohe Luftqualität in allen Räumlichkeiten, was gerade für eine Kindertagesstätte von Vorteil ist.
Zur Beheizung der Räumlichkeiten wird eine Erdwärmepumpe mit optionaler, passiver Kühlfunktion vorgeschlagen, deren Verbrauchsstrom aus einer Photovoltaikanlage gewonnen werden kann.
Hierdurch wird in Verbindung mit einer adäquaten Dämmstoffdicke der KfW 40 Effizienzhausstandard erreicht.

Fassadengestaltung

Eine Boden - Deckel Schalung aus vorbewitterter süddeutscher Weißtanne unterstreicht den Nachhaltigkeitsgedanken und fügt den Entwurf stimmig in die Grünanlage ein.
Ein spielerisches Auslassen eines Teils der Schalung im Bereich der Schlaf-, Ruhe- sowie Mehrzweckräume sowie der Kinderwagenstellplätze in der Nähe der Eingangshalle soll einen effektiven Sichtschutz ermöglichen und Privatsphäre gewährleisten. Hierdurch sind zugleich optimale Lichtverhältnisse garantiert und eine adäquate Belüftungsmöglichkeit sichergestellt.
Die Stäbe im Brüstungsbereich des Obergeschosses zum Spielbereich werden in gleicher Weise ausgeführt, was zusätzliche Blickbeziehungen ermöglicht und der Leichtigkeit des Gebäudes zugute kommt.


Brandschutzkonzept

Es wird generell gewährleistet, dass jedes Geschoss über eigenständige Rettungswege verfügt, welche direkt ins Freie führen.
Kurze Fluchtwege haben konzeptionell oberste Priorität. Das zentrale Treppenhaus dient zugleich als zweiter Rettungsweg.
Der Entwurf bildet lediglich einen Brandabschnitt aus. Dieser weist weitere interne brandschutztechnische Unterteilungen auf.