Uniklinikum Homburg

Uniklinikum Homburg

Auslober: Landesamt für zentrale Dienste

Bauvolumen: BGF 9379m2

Bausumme: KG 300-400 Brutto 4.800.000,00€

Typ: Bildungsbauten

Wettbewerb: Beschränkt offener Realisierungswettbewerb

Auszeichnungen

2010

4.Preis - Hörsaal-Seminar-Bibliotheksgebäude Uniklinikum Homburg


STÄDTEBAULICHES KONZEPT

Das neue Hörsaalgebäude bindet sich als ergänzender Bau in das ursprüngliche städtebauliche Konzept von solitären Pavillionsbauten im Park ein. Seine Position auf dem vorgegebenen Baufeld ist so gewählt, dass die größtmöglichen Abstände zu den umgebenden Bauten realisiert werden können.
Auf diese Weise entstehen zwei neue Raumsituationen. Der Raum zwischen dem bestehenden Verwaltungsgebäude im Norden und dem neuen Hörsaalgebäude im Süden steht als parkähnlicher Raum mit Sitzbänken und dem bestehenden Baumbestand als Erholungs- Rekreationsflächen den Studierenden und Lehrkörper zur Verfügung. Das leicht überformte Gelände bietet durch die neue Topographie Möglichkeiten zum Rückzug von der Straße.
Die Rolle, des neuen städtebaulichen Zentrums des Campuskomplexes kommt dem neu geschaffenen Platz zwischen bestehendem Aulagebäude und neuem Hörsaalgebäude zu. Er dient sowohl der Aula- und dem Hörsaalgebäude als Vorplatz und Erschließung, gleichzeitig ist er die Verknüpfung zwischen der Klinik und den universitären Einrichtungen. Die Westseite des Platzes wird durch eine Baumreihe zusammen mit dem neuen Studentencafé begrenzt und bilden so eine leichte Raumkante. Der existierende Straßenverlauf wird in die Platzgestaltung integriert, die damit verbundene Anbindung an die Stadt Homburg gibt dem Platz, eine über die reine Campusnutzung hinaus, über eordente Relevanz und bedeutung.

KONSTRUKTIONSPRINZIP

Die oberen, teilweise auskragenden Ebenen werden als räumliche Rahmenkonstruktion in Stahlbauweise ( Vierendeelsystem ) ausgeführt.
Ober- bzw. Untergurt der biegesteifen Rahmen ( IPE 300 ) nehmen die Vertikallasten aus Dach- bzw. Deckenkonstruktionen auf. Die Decken (d = 30 cm) werden als Hohlkörperdecken ( z. Bsp. System Cobiax ) hergestellt.
Die Stabilisierung erfolgt durch Wandscheiben und Treppenhauskerne aus Stahlbeton.
Der räumliche Rahmen wird in der Systematik eines Trägerrostes punkt- bzw. liniengestützt.
Einzel- und Linienlasten werden über eine (im Bereich von Punktlasten verstärkte) Fundamentplatte in den Baugrund eingeleitet.

BAUSTOFFE

Alle sichtbaren konstruktiven Wände und Decken werden in Stahlbeton oder Mauerwerk ausgeführt. Die Oberflächen dieser Bauteile werden teilweise mit einem strapazierfähigen Zementputz versehen, teilweise in Sichtbetonqualität ausgeführt. Im Bereich der Hörsäle sind Akustik-Decken und Wandverkleidungen in Eiche vorgesehen.
Böden in Naturstein, Eichenparkett, Linoleum oder zementäre Beschichtung.
Generell wird auf natürliche Produkte mit heimischer Herkunft Wert gelegt.

ENERGETISCHES KONZEPT

Fassade

Die vertikal stehenden, teilweise drehbaren äußeren Lamellen sorgen auf der Südseite für eine Minimierung der Blendung. Um die Überhitzung in den Sommermonaten zu vermeiden wird eine Sonnenschutzverglasung mit hohem Wirkungsgrad vorgesehen. Zusätzlich reflektiert in den Büro und Seminarbereichen ein innenliegender Blendschutz die restliche Wärmeenergie nach aussen.

Heizung / Kühlung / Belüftung

Das Gebäude wird mittels Fernwärme beheizt.
Der Bereich der Bibliothek wird mit einer Klimatisierung ausgestattet. Eine zusätzliche Wärmerückgewinnungsanlage nutzt die bei der Klimatisierung entstehende hohe Abwärme und speichert diese in Warmwasser-Pufferspeichern. Alle weiteren Bereiche verzichten auf Klimatisierung. Im Bereich der Hörsäle ist eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung vorgesehen um den notwendigen Luftwechsel ohne störende Geräusche durch Fensterlüftung zu gewährleisten.

Bauteilaktivierung

Um eventuellen Kühlbedarf in den Sommermonaten zu vermeiden wird eine Bauteilaktivierung der Betondecken in den Seminarbereichen vorgesehen. Hierdurch kann in diesen Bereichen auf Klimatisierung verzichtet werden. Die Bauteilaktivierung dient in der Heizperiode ebenfalls zur Erwärmung der Seminarbereiche. Hierdurch können Heizkörperflächen deutlich reduziert werden.